Konzilsblogteam

Arbeitsprogramm in der Weihnachtsoktav

«Die unerwartete Fahrt zu einer Sitzung der Koordinierungskommission am 28. Dezember und die bevorstehende Romfahrt liessen und lassen mir kaum Zeit zu privater Korrespondenz», so schreibt der Sekretär von Kardinal Julius Döpfner Gerhard Gruber Anfang Januar (Dö 537).
Eher kurzfristig war am 15. Dezember 1963 eine Sitzung der Koordinierungskommission vierzehn Tage später einberufen worden. Hauptthema war die Weisung Pauls VI. zur Reduzierung des Umfangs und der Anzahl der vom Konzil noch zu behandelnden Texte. Dahinter steht ein Vorschlag Döpfners, der sog. «Döpfner-Plan».
Döpfner hatte schon früh auf eine raschere Durchführung des Konzils gedrängt. Anfang Januar 1963 hatte er auf die Beendigung des Konzils sogar noch im laufenden Jahr gehofft (vgl. Konzilsblog vom 2.1.2013). Entsprechende Vorschläge hatte er bereits Ende Juni 1963 dem neu gewählten Papst vorgetragen und ihm in ausgearbeiteter Form im Juli 1963 zugesandt (vgl. Konzilsblog vom 8.7.2013).
Der «Döpfner-Plan» schlägt vor, «die Materie und die Dauer des Konzils sinnvoll zu begrenzen» (Dö 481). Dabei orientieren sich die Vorschläge jedoch am «Hauptziel des Konzils, Grundlagen für eine durchgreifende Erneuerung der Kirche zu erarbeiten … Es wäre zu überprüfen, welche der vorbereiteten Entwürfe ohne Schaden für dieses Hauptziel des Konzils zurückgestellt werden können. Wo es sich zeigt, dass eine Frage zu einer Lösung für die Gesamtkirche noch nicht reif ist, wird sie ebenfalls besser zurückgestellt» (Dö 481). Festhalten will Döpfner an den «wesentlichen Eigentümlichkeiten dieses Konzils», womit er auf den vorwiegend positiven, pastoralen Charakter, die ökumenische Aufgeschlossenheit und die Weltweite des Konzils abhebt.
(emf)

28. Dezember 2013 | 00:03
von Konzilsblogteam
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