Konzilsblogteam

Leitlinien der Liturgiereform

Mit dem Stichwort Liturgiereform wird heute vor allem der Umbruch zur muttersprachlichen Liturgie verbunden. Die Konzilstexte selbst eröffnen zwar nur zurückhaltend die Möglichkeit, statt des Lateins die Landessprachen zu verwenden. Die Schnelligkeit der Einführung muttersprachlicher Liturgien auf der ganzen Welt zeigte: Ein Wandel zu mehr Verstehbarkeit der Liturgie in den Texten wie auch in den Gesten war überfällig. Die dahinter stehende Intention war es, «das liturgische Gebet […] durch die Verwendung der Muttersprache wirklich zum Gebet der Gläubigen» zu machen.
Nicht übersehen werden darf die Neubesinnung auf die Sinnmitte des liturgischen Geschehens im Paschamysterium (vgl. SC 5-7; SC 47, 61, 102), was konkret auch zu einer veränderten Gestalt des Kirchenjahres geführt hat. Insbesondere wurde «das Verhältnis zwischen der Feier des Christus-Mysteriums als der Mitte aller Liturgie und der Feier der Heiligen […] neu bestimmt (vgl. SC 102-111)».
Weniger im Bewusstsein steht die Wiedererschliessung der Tagzeitenliturgie für das ganze Volk Gottes. Sie «wurde umfassend erneuert, um sie theologisch und geistlich zu vertiefen, die gemeinschaftliche Feier zu fördern und sie besser an die Verhältnisse anzupassen» (vgl. SC 83-101).
Schliesslich weist Martin Klöckener auf eine Neuausrichtung von liturgischer Musik und Kunst hin. Sie werden «mit den übergreifenden Zielen der Liturgiekonstitution» in Einklang gebracht.
(emf; Zitate aus Martin Klöckener: Die «Liturgische Frage»: Ein brennendes Thema der Gegenwart. In: SKZ 49 [2013] 755-758, 756)

22. Dezember 2013 | 00:03
von Konzilsblogteam
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