Konzilsblogteam

Die Bischöfe organisieren sich selbst

Nichts zeigt schöner, dass das Konzil ein sehr grosser Prozess der Selbstfindung der Konzilsväter war, als das «Wachwerden» der Bischöfe. Yves Congar drückte dies am 3. Oktober 1963 in seinem Tagebuch folgendermassen aus: «Die Bischöfe haben ihre Arbeit nun selbst organisiert. Statt ein wenig von den Experten geführt zu werden, organisieren sie sich nun selbst in kleinen Arbeitsgruppen und ziehen dann ihre Experten bei, damit diese ihnen helfen. Sie sind offenbar mehr bei ihrer Sache und aktiver als im letzten Jahr. Sie leben das Konzil in allem Ernst.»
Diesen Ernst will nun auch Papst Franziskus, um mit einer Bemerkung zur Gegenwart zu schliessen, wieder fördern, wenn man seine Ausführungen zu bischöflichen Kollegialität in «Evangelii gaudium» liest. So etwa in Nr. 32: «Das Zweite Vatikanische Konzil sagte, dass in ähnlicher Weise wie die alten Patriarchatskirchen ‹die Bischofskonferenzen vielfältige und fruchtbare Hilfe leisten [können], um die kollegiale Gesinnung zu konkreter Verwirklichung zu führen›. Aber dieser Wunsch hat sich nicht völlig erfüllt, denn es ist noch nicht deutlich genug eine Satzung der Bischofskonferenzen formuliert worden, die sie als Subjekte mit konkreten Kompetenzbereichen versteht, auch einschliesslich einer gewissen authentischen Lehrautorität. Eine übertriebene Zentralisierung kompliziert das Leben der Kirche und ihre missionarische Dynamik, anstatt ihr zu helfen.»
(ufw; A3, 61; Co 1, 431)

15. Dezember 2013 | 00:43
von Konzilsblogteam
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