Das gemeinsame Haus aller Christgläubigen
Von einem weiten Herz der Kirche (im Sinne von Jes 60,5) geht Bischof Angelo Jelmini, Administrator der Diözese Lugano, aus, als er in den ersten Tagen der Diskussion über die Ökumene das Wort im Namen der Schweizer Bischöfe ergreift. Niemand trete in die Kirche ein, der nicht schon irgendwie in der Kirche lebe. Die Kirche sei nicht eine in sich geschlossene, sondern eine auf die Dimensionen der gesamten Menschheit offene Gesellschaft. Die Worte des Jesaja würden Wirklichkeit von Jesus Christus her, der Alpha und Omega des ökumenischen Geistes sei. «Die Kirche ist entweder Kirche Christi, oder sie ist nichts, so dass die Kirche Christi bereits in einer gewissen Weise alle, die an Christus glauben, umfasst, und schon das gemeinsame Haus aller Christgläubigen ist. Sie ist rein aus der Gegenwart Christi, befleckt aus unseren Spaltungen» (AS 2/5,600f). Die Fülle der Einheit stamme aus der Gegenwart Christi, sie müsse, wie das Schema richtig sagt, besser zur Sichtbarkeit kommen. Solche Einheit dürfe aber nicht Uniformität sein, sondern Einheit in Vielfalt.
Darum sei es zu begrüssen, dass das Schema von der nötigen Erneuerung spreche. Notwendig sei nicht nur die Umkehr der Herzen, sondern auch die Erneuerung der menschlichen, kirchlichen, lateinischen Strukturen der Kirche im Sinne des Aggiornamento.
Im Bereich der Ökumene möchte Jelmini die Christ- bzw. Altkatholiken erwähnt sehen. Ausserdem solle nicht nur von den Juden, sondern auch von den Muslimen gesprochen werden, und von allen, die an Gott glauben und wegen ihres Glaubens Verfolgung erleiden. Schliesslich solle von der Religionsfreiheit nicht nur der einzelnen Menschen, sondern auch der Gemeinschaften gesprochen werden.
(emf)
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


