Konzilsblogteam

Schleppender Gang

Die Unzufriedenheit über den schleppenden Gang des Konzils hält an. In der Nacht vom 25. zum 26. Oktober 1963 blickt Dom Helder Câmara auf eine Sitzung der Delegiertenkonferenz, von Câmara auch «Ökumene» genannt, zurück. Einmütig sei man der Überzeugung gewesen, dass es so nicht weitergehen könne. Die Sekretäre von diversen Bischofskonferenzen sind einmütig in ihrem Votum, die Kommissionen bräuchten neue Vorsitzende, da der Eindruck entsteht, dass die derzeitigen Präsidenten die Arbeit verschleppen. Dazu gibt es Vorschläge zur Methode und die Klage, dass die technische Ausstattung der Kommissionen unzureichend ist (als Beispiel wird die Theologische Kommission genannt, die über ein Kopiergerät verfügt, das aber dauernd defekt ist, und eine Schreibmaschine). Angesichts der sonst für das Konzil aufgebrachten Mittel seien solche Defizite mehr Ausdruck eines Mangels an Interesse seitens der Kommissionsvorsitzenden (vgl. CaLe 1,261f).
Bereits zuvor berichtet Câmara, Patriarch Maximos habe eine kritische Frage aufgeworfen: «Ist es Sache eines ökumenischen Konzils, Traktate zu schreiben?» (CaLe 1,231). Auf den frühen Konzilien sei das anders gewesen. Warum beschränkt sich das Konzil nicht auf die grossen notwendigen Reformen, statt Traktate zu schreiben? Warum wirft es nicht Vorschläge auf, die durch eine tiefe Resonanz wirken würden?
Grosse Resonanz findet Mitte Oktober eine Geste Pauls VI., der (endlich …) dafür sorgte, dass die Patriarchen ihre Plätze in der Konzilsaula nicht mehr hinter den Kardinälen, sondern ihnen gleichgeordnet erhielten (vgl. CaLe 1,226.238; siehe Blogeintrag vom 9.10.2012).
(emf)

26. Oktober 2013 | 00:09
von Konzilsblogteam
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