Elisabeth Aeberli

Die Geduld mit dem Virus

Mit der Pandemie sind neue Gruppierungen und Trennungen entstanden. Die täglichen Ermahnungen, zu Hause zu bleiben, wird für die Generation Ü65 verstärkt. Im Bus wird man gebeten, diesen nicht mehr zu benutzen. Teilweise gibt es vor Geschäften Ausweiskontrollen. Bis vor Kurzem durften sie Freiwilligenarbeit leisten, zum Beispiel mit dem Rotkreuz-Fahrdienst, mit Besuchsdiensten in Alters- und Pflegeheimen, im Hüten der Enkelkinder.

Von einem Tag auf den Anderen steht das Leben still. Bibliotheken, Cafés, zum Teil Parkanlagen und Museen sind geschlossen. Der geschützten Generation wird Einiges abverlangt. Wie lange dauert es wohl, bis alles wieder läuft? Bis wieder Forderungen laut werden, das Rentenalter zu erhöhen (Frauen sicher bis 65 – eher bis 67)?

Bereits jetzt ist in Tageszeitungen zu lesen, dass die Senioren am Meisten von der Krise profitieren. Die junge Generation sind die, die «die älteren Semester quersubventionieren» (Luzerner Zeitung vom 7. April 2020). Es stimmt, die Seniorinnen und Senioren können viel Geld sparen, da sie keine Orte haben, Geld auszugeben. Damit zahlen sie auch keine Mehrwertsteuern, keine Eintrittskarten für Kinos oder Konzerte,

Freuen wir uns darauf, wenn alle – Jung und Alt – wieder mehr Bewegungsfreiheit haben. Freuen wir uns darauf, wenn für alle wieder Ostern wird.

Treppe zu versteckten Gärten in San Francisco. Foto: Elisabeth Aeberli
9. April 2020 | 16:19
von Elisabeth Aeberli
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